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Zeidlerei

Das gewerbsmäßige Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker war im Mittelalter die Zeidlerei. Die Wortherkunft der Zeidlerei leitet sich vom altdeutschen Wort „zeideln“ ab, was „Honig schneiden“ bedeutet. Der Beruf des Zeidlers lässt sich bereits im Frühmittelalter nachweisen. Der Zeidler sammelt den Honig wilder, halbwilder oder domestizierter Bienen in den Wäldern, indem er die Nester der Bienen beispielsweise in Bäumen aufspürt und einen Teil der Waben entnimmt. Auch wurden in alten Bäumen künstliche Höhlen sogenannte Beuten angelegt. Ob die Beuten jedoch von Bienen beflogen wurden oder nicht, hing ganz vom natürlichen Umfeld ab und wechselte jedes Jahr. Eine günstige Voraussetzung für die Zeidlerei waren demnach Nadelholzgebiete. Das heißt jedoch, anders wie die heutigen Imker, hielt der Zeidler keine Bienen in gezimmerten Bienenstöcken oder Bienenkörben. Auch wurde damals die gesamte Honigwabe entnommen. Der Fortbestand des Bienenvolkes war dabei von nachrangiger Bedeutung. Honig und Wachs konnten sofort verwertet und weiterverarbeitet werden.

Die Zeidler bildeten im Mittelalter Vereinigungen, ähnlich den entstehenden Zünften. Sie werden häufig auf alten Bildern mit der spezifischen grünen Tracht mit der typisch langen Zipfelmütze und mit Armbrust bewaffnet dargestellt. Das Tragen der Armbrust ist ein Hinweis auf das Privileg des Waffentragens aber auch auf die Gefahren des Arbeitens im Wald. Der schleichende Niedergang der Zeidlerei wurde durch die Einfuhr von Rohrzucker eingeleitet, der aber noch im 17. Jahrhundert so teuer war, dass ihn sich nur reichere Leute leisten konnten. Erst der Anbau von Zuckerrüben im 19. Jahrhundert änderte die Situation grundlegend. Heute ist die Zeidlerei, als Wirtschaftsfaktor völlig bedeutungslos. Im Rahmen des Naturschutzes gibt es in Mitteleuropa vereinzelte Versuche, Bienenvölker im Wald anzusiedeln und die Zeidlerei wieder aufzunehmen.


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