Wie lange ist Honig haltbar? Alles zu Haltbarkeit und richtiger Lagerung
Du hast im Vorratsschrank ein Glas Honig gefunden und das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist überschritten – jetzt fragst du dich, ob du den Honig noch essen kannst. Unsere Antwort lautet: In der Regel ja, insbesondere bei ungeöffneten Gläsern, denn Honig ist normalerweise weit über das MHD hinaus genießbar.
Wie lange ist Honig wirklich haltbar?
Laut Gesetz braucht Honig ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Ein MHD besagt nicht, wie lange ein Lebensmittel genießbar ist, sondern legt einen Zeitpunkt fest, bis zu dem es bei sachgerechter Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält – auch bedeutet das nicht, dass genau nach diesem Stichtag diese Eigenschaften automatisch verloren gehen. Für Honig wird häufig ein Mindesthaltbarkeitsdatum von zwei Jahren ab Abfüllung gewählt. Auch der Deutsche Imkerbund empfiehlt diesen Zeitraum.
Unter den richtigen Lagerbedingungen ist insbesondere ungeöffneter Honig über mehrere Jahre haltbar und häufig auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch einwandfrei. Bei geöffnetem Honig stellt sich darüber hinaus die Frage der Nutzung – gelangen Keime z. B. über bereits benutzte Brotmesser ins Glas, verringert sich die Haltbarkeit deutlich.
Warum ist Honig so lange haltbar?
Die Hauptrolle bei der Haltbarkeit von Honig spielt das Zusammenspiel von Zucker und Wasser: Honig enthält von Natur aus viel Zucker und vergleichsweise wenig Wasser. Nach der deutschen Honigverordnung darf der Wassergehalt bei Honig im Allgemeinen höchstens 20 % betragen. Die Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes für die Marke „Echter Deutscher Honig“ sind strenger und erlauben maximal 18 %. Das gleiche gilt für uns als Bioland-Imker.
Der niedrige Wassergehalt hemmt die Bildung von Mikroorganismen. Ist der Wassergehalt höher, kommt es zu Gärungsprozessen. Gärung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der Honig verändert hat. Typische Hinweise sind ein gäriger oder alkoholischer Geruch und Geschmack, Schaumbildung oder Gasbläschen. Einen solchen Honig solltest du nicht mehr wie gewohnt verzehren.
Was bedeutet das MHD auf Honiggläsern?
Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Mindesthaltbarkeitsdatum nicht um ein Wegwerfdatum. Der Imker bzw. Abfüller des Honigs garantiert mit diesem Datum, dass der Honig bis zu diesem Zeitpunkt seine natürlichen Eigenschaften behält – dies bezieht sich bei allen Lebensmitteln auf das ungeöffnete, richtig gelagerte Lebensmittel.
Generell gilt: Willst du prüfen, ob ein Lebensmittel auch nach dem MHD noch genießbar ist, mache den Sinnestest: sehen, riechen, schmecken in genau dieser Reihenfolge. Fällt nichts Ungewöhnliches auf, sollte das Lebensmittel genießbar sein.
Kann Honig schlecht werden?
Bei falscher Lagerung oder insbesondere falscher Nutzung kann auch Honig verderben. Hier sind zwei Punkte besonders zu beachten:
Ein zu hoher Wassergehalt im Honig kann auch nachträglich entstehen, etwa wenn der Honig geöffnet wird und Feuchtigkeit über die Luft aufnimmt. Daher sollte das Honigglas nur möglichst kurz geöffnet werden und der Honig stets gut verschlossen im Originalglas aufbewahrt werden.
Honig sollte immer nur mit einem sauberen Löffel oder Messer entnommen werden, um das Eindringen von Keimen über Brotkrümel etc. zu verhindern.
Gärung gilt dabei als wichtigstes Warnsignal, um Veränderungen am Honig zu erkennen.
Woran erkennt man verdorbenen Honig?
Ist Honig tatsächlich verdorben, erkennt man dies in der Regel schon am Geruch. Dazu kommen Schaumbildung an der Oberfläche und Gasbildung. Der Geschmack verändert sich deutlich. Riecht er sehr unangenehm, sollte er entsorgt werden. Ebenso sollte er entsorgt werden, wenn pelzige Schimmelflecken an der Oberfläche zu sehen sind.
Vorsicht bei der Entsorgung: Nur sauber ausgespülte Honiggläser gehören ins Altglas, denn über etwaige Reste können sich Bienen mit gefährlichen Erregern infizieren.
Ist kristallisierter Honig noch gut?
Kristallisation, also sichtbare Zuckerkristalle im Honigglas, ist kein Zeichen für Verderb. Es handelt sich um ein natürliches Phänomen, das jeden Honig früher oder später betrifft und stark davon abhängt, wie hoch der Glukoseanteil im Honig ist.
Einige Honigsorten, insbesondere Blütenhonige, enthalten viel Glucose und kristallisieren daher schnell aus und werden fest. Mehr dazu erfährst du in unserem Blogbeitrag zum Thema Warum kristallisiert Honig?.
So lagert man Honig richtig
Honig sollte idealerweise bei einer Raumtemperatur von etwa 15 Grad gelagert werden. Das Glas sollte luftdicht verschlossen, idealerweise an einem trockenen, dunklen Ort wie einem Vorratsschrank oder einer Schublade, aufbewahrt werden. Außerdem sollte es vor Fremdgerüchen geschützt sein.
Eine Aufbewahrung im Kühlschrank ist nicht notwendig. Die niedrige Temperatur fördert je nach Honigsorte die Kristallisation. Es ist jedoch möglich, Honig einzufrieren.
Zur Entnahme von Honig immer einen sauberen Löffel verwenden, um Verunreinigungen zu vermeiden.
Fazit: Honig ist lange haltbar
Richtig gelagerter Honig ist über mehrere Jahre haltbar und kann auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch einwandfrei sein. Entscheidend sind eine kühle, trockene und dunkle Lagerung sowie ein gut verschlossenes Glas. Ist das MHD überschritten, solltest du den Honig deshalb nicht automatisch entsorgen, sondern zunächst Aussehen, Geruch und Geschmack prüfen.
Kristallisierter Honig ist übrigens kein verdorbener Honig – die Kristallisation ist ein ganz natürlicher Vorgang.
Häufige Fragen zur Haltbarkeit von Honig
Kann man 5 Jahre alten Honig noch essen?
Ja, unter Umständen. Wurde der Honig richtig gelagert und zeigt er keine Anzeichen von Verderb oder Gärung, kann er auch mehrere Jahre nach dem Abfüllen noch genießbar sein. Prüfe Aussehen, Geruch und Geschmack, bevor du ihn verwendest.
Kann man 10 Jahre alten Honig noch essen?
Allein am Alter lässt sich nicht erkennen, ob Honig noch genießbar ist. Bei sehr lange gelagertem Honig können sich allerdings Geschmack, Aroma und andere Qualitätsmerkmale verändern. Prüfe alten Honig daher besonders sorgfältig und entsorge ihn bei auffälligem Geruch, Gärung oder Schimmel.
Wie lange hält sich Honig nach dem Öffnen?
Auch geöffnet ist Honig bei richtiger Lagerung lange haltbar. Wichtig ist, das Glas nach der Entnahme wieder gut zu verschließen und nur sauberes, trockenes Besteck zu verwenden. So verhinderst du, dass unnötig Feuchtigkeit oder Verunreinigungen in den Honig gelangen.
Ist Honig nach Ablauf des MHD noch essbar?
Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass der Honig verdorben ist. Bei richtiger Lagerung kann Honig auch danach noch einwandfrei sein. Entscheidend ist eine Prüfung mit den eigenen Sinnen.
Kann Honig schimmeln?
Aufgrund seines hohen Zuckergehalts und des geringen Wassergehalts bietet Honig Mikroorganismen normalerweise schlechte Wachstumsbedingungen. Gelangen jedoch Feuchtigkeit oder Verunreinigungen hinein, kann sich das ändern. Bei sichtbarem Schimmel sollte der Honig vollständig entsorgt werden.
Ist kristallisierter Honig abgelaufen?
Nein. Kristallisation ist ein natürlicher Vorgang und kein Zeichen dafür, dass Honig verdorben ist. Wie schnell ein Honig kristallisiert, hängt unter anderem von seiner Zuckerzusammensetzung ab.